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Ausgrabung des Ruinenhügel Tall Munbaqa (auch Ekalte (Mumbaqat)) Koordinaten 36.219159° N, 38.131635° O

Ein Projekt von: Alfred Werner Maurer



 

 
 



 

 



 

Projektbeschreibung

Tall Munbaqa (auch Ekalte (Mumbaqat)) ist eine heute in Ruinen liegende 5000 Jahre alte Stadtanlage in Nordsyrien. Das Ruinenfeld liegt am Ostufer des Oberlaufs des Euphrat über dem Steilhang des einstigen Flusstales. Im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. war die Stadt ein bedeutender Stadtstaat der Region.

Durch die Errichtung der Tabqa-Talsperre bei Tabqa ist die Stadtruine heute teilweise geflutet. Die Situation im Staudammgebiet hat sich in den Jahren seit der Aufnahme der Grabungstätigkeit im Jahre 1969 grundlegend geändert. Im Euphrattal, dessen Bild durch das Grün der Baumwolle und den breiten Fluß geprägt wurde, hat sich ein großer Stausee gebildet, der die Ruinenstadt teilweise überschwemmt hat. Am stärksten betroffen ist das Westufer mit seinen flachen Flußterrassen, die als erste überschwemmt wurden.

Der hoch über dem Steilabfall des Ostufers gelegene Tall Munbāqa ist noch erhalten.

Das bei der Grabung 1974 freigelegte Nordost-Tor liegt auf 36.219159° N, 38.131635° O Koordinaten: 36.219159° N, 38.131635° O, das Südtor auf 36.217047° N, 38.128910° O.

Der Euphrat war eine der „Landstraßen“, die Asien mit dem Mittelmeer verbanden. Der Verlauf einer der wichtigsten Handelsstrassen zwischen den sumerischen und später babylonischen Machtzentren und den syrischen Küstenstädten und der unmittelbare Zugang zum schiffbaren Hauptfluss können als eine der Grundmotive für diese Stadtgründung angesehen werden. Der Handel war Antrieb zum Städtebau. Stadtmacht und Stadtzerstörung kennzeichnen das Urbanisationsfieber des 3. und 2. Jt. vor Chr. In Nordsyrien, wo der Fluss aus dem armenischen Hochland nach Südosten abbiegt, 200 km vom nahe liegenden Mittelmeer lagen wichtige Handelsplätze. Von dort verläuft die Strasse über das nordsyrische Plateau nach Aleppo. Schon ab dem 4. Jt. v. Ch. sind hier sumerische Handelsstätten nachweisbar. Im 3. Jt., dem Höhepunkt der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung, entstanden Fürstensitze nach dem Vorbild sumerischen Städte. Das altsyrische Reich reichte sich im 2. Jt. v. Ch. bis an den Euphratbogen. Der Mitannistaat der Hurriter beherrschte wenige Jahrhunderte darauf den Nord-Osten des heutigen Syriens mit dem Euphrattal. Im 14. Jahrhundert v. Chr. beherrschten die Hethiter Nordsyrien und der Euphrat bildete die Grenze zwischen dem assyrischen Gebiet und dem hethitischen Großreich. Um 1200 v. Chr. besiedelten die Aramäer am Euphrat. Diese wechselvolle Geschichte erschließt sich aus den zahlreichen Ruinenhügeln entlang des 90 km langen Stausees. Einer der größten ausgegrabenen Ruinen dieser alten Kulturlandschaft ist Tall Munbāqa.

Erforschung des Tall Munbaqa: Im Jahre 1907 entdeckte die englische Forscherin Gertrude Bell die Ruine, erstellte einen Plan und beschrieb die Wallanlage: "Munbayah, wo meine Zelte aufgeschlagen waren - der arabische Name bezeichnet nur einen hochgelegenen Platz - war vermutlich das Bersiba in Ptolemäus' Ortsnamenliste. Es besteht aus einer doppelten Umwallung, am Flußufer gelegen." Gertrude Bell irrte in der Lokalisierung von Bersiba, erkannte aber die Bedeutung des Ruinenhügels für die Erforschung der orientalischen Stadt. Die 400 m x 500 m große, rechteckige, einst stark befestigte Stadtruine wurde 1964 anlässlich der Bereisung des geplanten Stauseegebietes dokumentiert und erforscht. 1968 beantragte die Deutsche Orientgesellschaft die Ausgrabungserlaubnis für den Ruinenhügel. 1969-1970 wurde von E. Heinrich (Universität Berlin) die Vermessung der oberirdisch sichtbaren Baureste vorgenommen und 1971 mit deren Freilegung begonnen. Die Ausgrabung wurden von Winfried Orthmann, Alfred Werner Maurer von der Universität Saarbrücken und von Dittmar Machule von der Technischen Universität Hamburg-Harburg geleitet. Während der Grabungskampagnen 1973, 1974 und 1977 waren bis zu 16 Wissenschaftler und bis zu 90 einheimische Arbeiter an den Ausgrabungsarbeiten beteiligt. Der antike Name der spätbronzezeitlichen Stadt wird aufgrund von 15 aufgefundenen Tontafeln mit der Nennung dieses Stadtnamens mit "Ekalte" angenommen. Möglicherweise ist Tall Munbaqa zur Mittelbronzezeit mit dem bei Aplaḫanda von Karkemiš und Šamši-Adad I erwähnten Yakaltum gleichzusetzen [1]

Literatur:
Winfried Orthmann: Der Alte Orient, Propyläen Kunstgeschichte, Bd. 14 (1974), 475;
W. Orthmann/Hartmut Kühne: Mumbaqat 1973, Vorläufiger Bericht über die von der Deutschen Orient-Gesellschaft mit Mitteln der Stiftung Volkswagenwerk unternommenen Ausgrabungen, in MDOG (1974) 53-97;
W. Orthmann, Mumbaqat 1974. Vorläufiger Bericht über die von der Deutschen Orient-Gesellschaft mit Mitteln der Stiftung Volkswagenwerk unternommenen Ausgrabungen, MDOG 108(1976) 25-44;
W. Mayer, Tall Munbaqa - Ekalte II. Die Texte, DOG 102, Saarbrücken 2001;
Boese / W. Orthmann, Mumbaqat. Eine 5000 Jahre alte Stadt am Euphrat, Saarbrücken 1976;
Alfred Maurer: Ausgrabungen 1977 in Mumbaqat am Syrischen Euphrat, Vortrag am 17.03.1978 in Berlin Schloß Charlottenburg ;
P. Werner, Tall Munbaqa - Bronzezeit in Syrien. Katalog zur Wanderausstellung, Neumünster 1998;ISBN 3-529-02008-7
E. Kretz, Ein Töpferofen mit Lochtenne und Kuppel in Mumbaqat, in: Festschrift für Martin Graßnick, ed. Fachbereich Architektur / Raum- und Umweltplanung / Bauingenieur-wesen der Universität Kaiserslautern, 1987, 267-270;
Alfred Maurer: Mumbaqat 1977, Bericht über die von der von der Deutschen Orient-Gesellschaft mit Mitteln der Universität Saarbrücken unternommene Ausgrabung Philologus Verlag, Basel 2007.

index:
[1] W. Yuhong, N.A.B.U. 2/1991, D. Charpin, N.A.B.U. 1 /1993, 26.
Von „“https://de.wikipedia.org/wiki/Mumbaqat"

 


Gebäudetyp


38.131635° O, Ausgrabungareal antike Stadtanlage Mumbaqat Koordinaten: 36.219159° N

Konstruktion


Lehm- u. Steinbauten

Materialien


Lehmziegel, Steinsetzungen
 
 

Bauregion


Norssyrien, Syrien, Tabqa-Talsperre bei Tabqa


 


 

Projekte von Alfred Werner MaurerBestand: Denkmalgeschützte frühere Produktionshalle für Drahtseile (ZIP, Zentrum für innovative Produktion, Alfred Werner Maurer,)
 

 
 
Ausgrabung + Sanierung des staufischen Turms (Schloss Saarbrücken,  Alfred Werner Maurer)
 
 
Ausgrabung der Tempelanlage (Tempelanlage)
 
 
Tempelbau aus Stein + Stadttor aus Lehmzigel (Tempel, Stadtor,)
 
 
 
 

22.05.2019 18:23:01  6965  2  2  1

 

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